Briefwechsel

Briefwechsel

Beitragvon Tim am Sa 25. Jul 2009, 12:32

...für alle, die ihn noch nicht kennen.

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Geliebte Amaryll!

Endlos lange scheint es her, dass meine Augen Euch in Kuslik zuletzt
erblicken durften, Wochen, die mir wie Äonen scheinen. Und wenn es die
Zeit zu unserem Wiedersehen auch nicht verkürzen mag, so dürstet es
mich doch, meine Gedanken niedergeschrieben mit Euch zu teilen, auf
dass Euer Bild in meinem Auge mir nur ein wenig näher scheint bis zum
Tage unseres erneuten Beisammenseins.
Wie wenig reizte mich der Gedanke den Sommer in der Stadt am
Yaquirmund zu verbringen, doch dann traf ich Euch. Drei Monde, drei
wundervolle Monde waren uns beschieden. Mein heimatliches Grangor -
wie öd und leer es nun wirkt. Zurück im Schosse meiner Familie muss
ich mich wieder der Politik und der Gelehrsamkeit widmen, und meine
Mutter ist fürwahr eine gestrenge Lehrerin.
Ach könnte ich doch alles hinter mir lassen und nur mit Euch zusammen
sein. Ich sehne mich nach Eurer Stimme, Eurem Gesicht, Eurer Haut.

Lorenzio, der Eure.

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Wertester Lorenzio,

ich wage es, Euch bei Eurem Vornamen zu nennen, denn mein Anliegen ist sehr persönlicher Natur. Unsere Begegnung am heutigen Abend war mir eine gar besondere Pläsier, die mich veranlasst hat, Euch umgehend diese Zeilen zukommen zu lassen um meinem innigen Wunsch Euch bald möglichst wiederzusehen Ausdruck zu verleihen.

Hochachtungsvoll

Casta von Firdayon-Belhanka
Zuletzt geändert von Tim am Mi 29. Jul 2009, 09:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Briefwechsel

Beitragvon Tim am Mi 29. Jul 2009, 09:44

Oh schönste Amaryll!

Wie von Rondras Donner gerührt war ich, als Ihr mit einem Mal in
Vinsalt wieder vor mir standet. Jedes Wort, das im Rosengarten fiel,
bewahre ich in meinem Herzen, nie will ich eine Sekunde davon
vergessen. Alle Zwölfe müssen mir hold gewesen sein, als sie unsere
Wege sich kreuzen liessen. Und so bald werden wir uns wiedersehen.
Kaum mag ich den Tag erwarten. Werde ich Euch in der Oper auch
wirklich antreffen? Ich zähle die Stunden.
Mein Oheim ist auf dem Wege der Genesung, daher werde ich die nächsten
Wochen weniger durch die Geschäfte meiner Familie gebunden sein. Ich
hoffe so viel als möglich von dieser Zeit mit Euch teilen zu können.


Lorenzio, der Eure.

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Wertester und lieber Lorenzio,

lasst mich nur schnell notieren, dass mir dieser Abend ein solche Freude war, wie es schon lange keine mehr gab. Nicht nur die Oper war von herausragender Güte, auch meine Gesellschaft etwas ganz besonderes. Ihr bereichert mein Leben in meinem Maße, von dem ich es nicht für möglich glaubte, genau wie es auch keine blauen Rosen zu geben vermag. Aber Ihr seid sie, Ihr seid nicht die Lilie Eures Hauses, sondern die schier unmögliche blaue Rose von Grangor. Und ihr seid der König in meinem wohlduftenden Rosengarten.

Mit dem Duft der Rosen auf diesem Stück Papyr verabschiede ich mich, jenfalls für diese Nacht.

Auf bald,

Casta
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Re: Briefwechsel

Beitragvon Tim am Mi 29. Jul 2009, 09:45

Schöne Amaryll,

ich nehme an. Falls Rahjas Raubritterin tatsächlich Fürst Horasdor
schlägt, geht der Bosparanjer auf mich.

Lorenzio

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Oh Lorenzio mein,

lasst Euch dies der Dank für die schönen Stunden sein.

O wie so leicht in seligen Genüssen
Sich mir die Stunden jetzt dahinbewegen!
Ins Auge schau' ich dir, bist du zugegen,
Und von dir träum' ich, wenn wir scheiden müssen.

Oft zügeln wir die Sehnsucht mit Entschlüssen,
Doch will sich stets ein neu Verlangen regen,
Und wenn wir kaum verständ'ger Rede pflegen,
Zerschmilzt sie wieder uns und wird zu Küssen.

Der erste weckt Begier nach tausend neuen,
Es folgt auf Liebeszeichen Liebeszeichen,
Und jedes scheint uns höher zu erfreuen.

Nun erst begreif' ich ganz den Lenz, den reichen,
Wenn er nicht endet, Rosen auszustreuen,
Die alle schön sind und sich alle gleichen.

Und ich wünsche mir von Euch noch unzählige dieser Stunden, in denen die Liebkosende, die Allerherrlichste uns beiden so nahe ist.

A corde,

Amaryll
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Re: Briefwechsel

Beitragvon Tim am Mi 29. Jul 2009, 09:46

Liebliche Amaryll,

noch zwei Tage bin ich hier in Grangor, und kaum das ihr diese Zeilen
lest, bin ich schon auf dem Wege nach Kuslik. Aus der Vorratskammer
meines Vaters habe ich eine Flasche seines besten Goldfelsers für
unser nächstes Treffen stibitzt. Wunderbare Stunden liegen vor uns, in
denen wir der Herrin Rahja hold sein können. Wie ihr Euch denken
könnt, plane ich nicht, mehr als die nötigste Zeit im Kontor meiner
Familie zu verbringen, denn jede Stunde mit Euch ist mir so viel
teurer als eine Schiffsladung Benbukkel.

Im Geiste schon bei Euch,
Lorenzio


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Höchstgeschätzter Lorenzio,

diese Zeilen seien Euch gewidmet. Seht sie als ein Vorstoß in auch mir wirklich unbekannte Gefilde, denn auch wenn Liebe zu schenken in Rahjas Namen meine Pflicht ist, so spüre ich doch, dass dies etwas ganz besonderes ist.

Du bist wie eine Rose
die in voller Blüte steht,
wie der Frühlingswind,
der sanft mein Herz umweht.

Du bist wie eine Taube,
die in den Wolken schwebt,
bei jedem Wort von Dir,
mein Herz erbebt.

Die Tür zu meinem Herzen
laß ich Dir offen,
daß Du mich liebst
kann ich nur hoffen.

A corde

Casta
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Re: Briefwechsel

Beitragvon Tim am Mi 29. Jul 2009, 09:47

Meine Blüte, Amaryll.

Trefft mich morgen abend im Alt-Bosparan, zur Phexensstunde. Ich will
mich Euch offenbaren.

L.

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Lorenzio mein,

sehnsuchtsschwanger sende ich Euch diese Zeilen. Mögen sie Euch Anlass sein Euch wieder an mich zu wenden

Send' mir Rosen, send' mir Grüße!
Frische Rosen, Worte süße,

Daß ich an den Mund sie drücke
Und mein Krankenlager schmücke!

Daß mich in der holden Gabe
Deines Herzens Grüßen labe!

Laß mich glauben: in den Rosen
Deine Lippen mit mir kosen!

Wenn ich bald die Stengel fasse,
Bald den Händen sie entlasse,

Laß mich glauben, daß ich Deine
Hand fühl' drücken heiß die meine!

Wenn ich mich am Dorne ritze,
Meinen, 's war an deinem Witze!

Send' mir Rosen, send' mir Grüße,
Daß ins Herz mir Balsam fließe!

Laß im Gruß mich Liebe lesen
Und ich werde schnell genesen

Ich sehne mich nach dir in Kuslik.

A corde,

Amaryll
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Re: Briefwechsel

Beitragvon Tim am Mi 29. Jul 2009, 09:48

Amaryll, mein Augenstern.

Ich weiß wohl, das Ihr vor Eurer schwersten Entscheidung steht, doch
so wenig ich Euch drängen will, so sehr drängt es mich danach, dass
ich einzig Euch in meine Arme schliessen mag. Meine Gedanken sind kaum
noch die meinen, es sind die Euren, nein, die unseren. Nichts vermag
mehr mir Ablenkung verschaffen. Als beim gestrigen Boltanspiel die
gewisse Karte fiel - aus wars mit meiner Contenance. Ich verlor das
Spiel - an Euch.

In banger Hoffnung,
Euer Lorenzio


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Lorenzio,
Lorenzio,
Lorenzio!

Dreifach ruf ich Euren Namen doch Ihr erscheint mir einfach nicht.
Jedoch wie unerwartet und doch ersehnt mir der Nordwind Eure Worte
zutrug. Lasst mich Euch mit folgenden Versen den Ausdruck meiner Freude schildern.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

In der Stunde der größten Not, in der die Sehnsucht mein Herz zu erdrücken schien, da waren Eure Zeilen der Retter, der Held meiner schweren Stunden.

Mein Herze sehnt sich ach so sehr und nur nach Euch, dass ich Euch fast bitten mag, nicht nur der Retter meines Herzens zu sein, sondern auch mein Prinz bei Tag und auch bei Nacht, der mich aus meinem goldenen Käfig zu befreien vermag. Gewiss, die Königin, welche diesen goldenen Käfig behütet und die ihre wahre Freude an ihm haben mag, Sie ist die Gütigste und Liebevollste, die ich mir mit meinem kleinen Verstand vorzustellen vermag. Ja, Sie ist wahrlich die Herrlichste.

Und doch scheint mir ihr Schoß wie ein Käfig. Ein goldener zwar, aber dennoch sehe ich die Stäbe, die mein Herz von dem Euren trennen.

Ich bin verzweifelt, mag ich mein Nest doch nicht ohne weiteres verlassen, aber wäre die Türe aufgestoßen, ich würde wohl meine Flügel ausbreiten und zu fliegen versuchen.

Bis es so weit ist lasst mich noch einen geschwinden Blumengruß an Euch richten.

Drei Rosen send ich dir.

Die erste ist für´s Wohlergehen,

die zweite ist für´s Wiedersehen,

die dritte aber leise spricht:

Ich hab dich lieb, vergiss das nicht.

A corde

Amaryll
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Re: Briefwechsel

Beitragvon Tim am Mi 29. Jul 2009, 09:49

Lorenzio,

sag, was ist geschehen? Voll Vorfreude jubilierend machte mein Herz wahre Freudensprünge. Dich und Dein herrliches Antlitz wiedersehen zu dürfen und das zu so stilvollem Anlasse, das war mir Hoffnung und Erlösung aus der Einsamkeit, die mein Herz umklammert hielt. Doch was musste mein Herz ertragen? Wessen sollte ich auf dem Ball gewahr werden? War es denn wirklich von so großer Not, dass es meine Kusine sein musste? Warum sie? Jede andere wäre eventuell noch verzeilich gewesen, sie jedoch nicht. Was hast du dir dabei gedacht? Wessen habe ich mich schuldig gemacht, dass Du mir dies antun musstest?

Du siehst mich ratlos, mein Herz tief geborsten. Noch ist es nicht entzwei, aber wo sind sie hin, unsere Träumereien an lauen Sommerabenden, Träumereien von einer gemeinsamen, besseren Welt?

A corde

Casta

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Casta,

Wie konntest Du mir das nur antun? Vor aller Augen hast Du mich
vorgeführt! Niemals könnte ich Verständnis aufbringen für solch eine
Tat, ich möchte meinen, kein Mann wäre dazu in der Lage. Zum Spott
hast Du mich preisgegeben, dem Mitleid meiner Freunde, dem falschen
Mitleid meiner Neider. Meine Gefühle wanken, ich weiss nicht mehr, wie
mir ist. Ich weiß nicht mehr, ob es wieder so sein kann wie zuvor.

Lorenzio.
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Re: Briefwechsel

Beitragvon Tim am Mi 29. Jul 2009, 09:49

Werter Lorenzio di Grimallio,

wie sich am gestrigen Abend gezeigt hat, so habt ihr tatsächlich kein Herz im Leib, keines, das wahrhaft zu lieben vermag. Und auch Aufrichtigkeit und Ehrenhaftigkeit gehen Euch gänzlich ab. Die Worte, die ihr spracht, sie waren in meinen Ohren ein Ruf nach, ich wage es immer noch kaum zu sagen, ein Ruf nach der Fehde.

Nicht einmal den Grund und Anlass all diesen Übels habt Ihr mir kenntlich gemacht. So lasst Ihr mich also im Ungewissen, wessen Ihr mich schuldig glaubt, zumal ich zu Praios zu sagen vermag, dass ich mir wahrlich keiner Schuld bewusst bin. Und jetzt, wo Eure Ungerechtigkeit am größten scheint, habt Ihr auch noch die Frechheit besessen, mir die Möglichkeit einer unseres Standes angemessenen Satisfaktion zu nehmen. Denn es gibt keinen gemeinsamen Stand mehr. Überhaupt gibt es nichts Gemeinsames zwischen uns, selbst ein „uns“ ist nicht möglich, ja scheint niemals möglich gewesen zu sein und wirkt wie ein Riss in der göttergeschaffenen Welt. Niemals wird es anders und ungeschehen sein können, denn ein solches Paradoxon könnte selbst die Göttin mit der Ihr eigenen Harmonie nicht aufheben. Für Euch gibt es eine solche Harmonie nicht.

Ihr tragt keine Liebe in Euch und alles Schöne sei Euch verwehrt.

C. v. Firdayon-Belhanka, Discipula ardoris zu Kuslik

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Werte Discipula Ardoris,

ich weise es strikt von mir, falsch zu sein in meinen Sinnen oder in
meinem Handeln. Was immer nun auf den Äckern spriesst, Ihr habt es
ausgesät. Ihr schöpftet die Falschheit mit eifrigen Händen, und wagt
mir einen Fehler vorzuwerfen? Ich würde es begrüssen, Euch nie wieder
zu begegnen. Dies wäre auch in der Vergangenheit mein Segen gewesen.

B. di Grimallio von Garlischgrötz
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